Hospiz Stiftung Niedersachsen
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1. Preis: Ambulante Kinderkrankenpflege krank und klein – bleib daheim GmbH, Sulingen

Laudatorin Aygül Özkan, Sozialministerin (r) mit der Leiterin des Pflegedienstes

Laudatorin: Aygül Özkan, Niedersächsische Sozialministerin

Der erste Preis in der Kategorie ambulante Pflegedienste vereint sowohl den zunächst persönlich hohen Einsatz ohne Projekt und Trägerorganisation und später dann das sich daraus hervorgegangene strukturelle Versorgungsnetz:

Vor über nunmehr 20 Jahren erkannte die Kinderkrankenschwester Frau Letzing den Bedarf und die Besonderheit der Belange schwerstkranker Kinder und gründete den ersten Kinderkrankenpflegedienst in Niedersachsen. Lange Zeit pflegte sie zunächst allein.

Es wurde deutlich, dass der Baustein der Kinderhospizarbeit wichtig ist, um die Versorgungslücke zwischen Kinderklinik und ambulanter Krankenpflege zu schließen. Es wurde mehr Zeit für eine kompetente Begleitung der Familien benötigt. Daher entstand auf ihre Initiative hin später der Verein „Kinderhospiz Löwenherz“.

Mittlerweile ist das Team des Pflegedienstes auf 68 Mitarbeitende angewachsen, die Geschäftsführung liegt bei Frau Witte. Der Einzugsbereich des Dienstes umfasst einen Umkreis von 100 km um Sulingen herum.

Behutsam und manchmal mit viel Geduld weisen die Pflegenden bei den Erstkontakten und später immer wieder auf die Möglichkeit hin, vom Hospizdienst begleitet zu werden. Wenn eine hospizliche Begleitung eingeschaltet wird, gibt es einen kontinuierlichen Austausch und bei Bedarf gemeinsame Helferkonferenzen mit der Familie. Für die Pflegenden ist dies eine erhebliche psychische Entlastung.

In ganz besonderer Weise ist dieser Pflegedienst um Beratung, um Vernetzung und Kooperation bemüht. Immer wieder versucht er, alle an der Versorgung Beteiligten an einen Tisch zu bringen. Dahinter steht ein übergeordnetes Denken, bei dem es darum geht, die bestmögliche Lebensqualität für die Kinder und Jugendlichen zu sichern und diese an den Bedürfnissen der Familie zu orientieren.

Die Mitarbeitenden werden in Foren oder Einzelfallbesprechungen und Supervisionen entlastet, zu denen nach Bedarf Fachkräfte aus anderen Berufsgruppen hinzugezogen werden können. Immer wieder ist der Pflegedienst auf Qualitätsverbesserung bedacht und entwickelte u.a. eine Qualifizierungsmaßnahme für ein Konzept „ Palliativ-Care bei Kindern“.

Durch das Engagement und den Einsatz von zunächst einer einzigen Person haben sich Strukturen entwickelt, die gerade in einem ländlich geprägten Raum für interprofessionelle Kooperation und modellhaft für Vernetzung sorgen.

Dem Kinderpflegedienst „krank und klein, bleib daheim“ aus Sulingen, wird hiermit der 1. Preis des Niedersächsischen Hospizpreises in Höhe von 3.000 € in der Kategorie „ambulante Pflegedienste“ verliehen.

 

2. Preis: Diakonie – Sozialstation Barsinghausen – Ronnenberg gGmbH, Barsinghausen

Laudatorin Edith Seddig (BPA) (r), mit Vertretern der Sozialstation Barsinghausen

Laudatorin: Edith Seddig, Vorsitzende
BPA - Landesverband Niedersachsen

Den zweiten Preis erhält eine Diakonie – und Sozialstation, in der sich innerhalb der Einrichtung und deren Strukturen eine Palliativgruppe etabliert hat: Seit dem letzten Jahr finden sich in dieser Gruppe Pflegende und Versorgende aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen: aus der Kranken und Altenpflege, aus der Haus und Familienpflege sowie auch Pflegehelferinnen. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie gezielt schwerstkranke Patienten versorgen und diese schon frühzeitig von den Möglichkeiten hospizlicher Begleitung informieren.

Obwohl die Mitglieder dieser Palliativgruppe – mittlerweile sind es 13 Teilnehmende - keine palliative care Weiterbildung haben, lassen sie sich doch in besonderer Weise mit dem Thema Tod und Sterben konfrontieren und setzen sich damit auseinander. Unter der Leitung der Koordinatorin des örtlichen Hospizvereines, werden  Fortbildungen durchgeführt, von der Klientenzentrierten Gesprächsführung bis hin zur Auseinandersetzung mit Tod und Sterben. So ist es gelungen, die Angebote der Diakonie- und Sozialstation sowie die des Hospizdienstes eng und kompetent miteinander zu verzahnen.

Zur Entlastung des beruflichen Alltags der Mitarbeitenden gehören darüber hinaus regelmäßige Supervisionen.

Durch das gute Miteinander von einerseits der Hospizkoordinatorin und den Pflegenden bzw. berufliche Versorgenden andrerseits sowie durch gemeinsam mit ehrenamtlich - und beruflich Mitarbeitenden durchgeführte Fortbildungen ist die Schwelle, den Hospizdienst für eine Begleitung hinzuziehen, ausgesprochen niedrig.  

Die Ehrenamtlichen werden von den beruflich Versorgenden mit Selbstverständlichkeit als Bereicherung gesehen  und hier wie überall sonst auch kommt es darauf an, mit Patienten und deren Angehörigen sensibel an dieses Angebot heranzugehen.

Bei Begleitungen findet dann jeweils ein enger Austausch statt.

Der zweite Preis geht damit an einen ambulanten Dienst, in dem hospizliche Haltung und palliative Kompetenz in den Strukturen dieser Organisation in enger Zusammenarbeit mit dem örtlichen ambulanten Hospizdienst eine Umsetzung erfahren und sich beispielhaft vernetzt haben.

Der Diakonie-und Sozialstation Barsinghausen-Ronnenberg wird hiermit der 2. Preis des Niedersächsischen Hospizpreises in Höhe von 2.000 € in der Kategorie „ambulante Pflegedienste“ verliehen.

 

3. Preis: „kiwi“ Ihr ambulantes Pflegeteam, Rinteln

Laudator Dr. Rudolf Seiters, Schirmherr der Stiftung (r), mit den Inhabern des Pflegedienstes Kiwi in Rinteln

Laudator: Dr. H.c. Rudolf Seiters,
Schirmherr der Hospiz Stiftung Niedersachsen

Der dritte Preis wird an einen Pflegedienst verliehen, der sich eher allein und ohne Projekt und Trägeranbindung auf den Weg gemacht hat.

Die beiden Gründerinnen eines privaten Pflegedienstes, haben über 20 Jahre auf einer Intensivstation gearbeitet, bevor sie sich vor 5 Jahren selbstständig machten. Intensiv unterstützt wurden sie dabei von der Vorsitzenden des örtlichen Hospizvereins und anderen Personen, die den beiden Gründerinnen viel Zuspruch zukommen ließen.

Von Anfang an stand fest, dass der Pflegedienst besonderen Wert auf die Versorgung schwer kranker Menschen legen würde – dies ist auch im Pflegeleitbild verankert. Die beiden Gründerinnen haben eine palliative care Weiterbildung absolviert. Da Zuhause zu sterben etwas völlig anderes ist als das Sterben auf einer Intensivstation, wurde bald klar, dass trotz sehr hohem eigenen Einsatz eine qualifizierte und umfassende palliative Versorgung nur mit Unterstützung von Außen zu leisten ist.

Und so gehört es zum Konzept des Pflegedienstes, dass alle – mittlerweile über 20 – Mitarbeitenden grundsätzlich bei jedem Palliativ - bzw. Finalpflegepatienten auf die Unterstützungsmöglichkeit durch den ambulanten Hospizdienst hinweisen und die dann zustande kommenden Begleitungen als große Entlastung erleben.

Bei hospizlichen Begleitungen findet jeweils ein engmaschiger und unkomplizierter Austausch zwischen Pflegedienst und Hospizverein statt.

Darüber hinaus sind die beiden Gründerinnen selbstverständlich Mitglied im Hospizverein, halten Vorträge und bieten Informationsabende an. Sie sind in die Vorbereitungskurse der Ehrenamtlichen mit eingebunden und arbeiten aktiv und engagiert an der Erstellung von Strukturen für eine gelingende Netzwerkarbeit in der Stadt, in der sie angesiedelt sind, und darüber hinaus mit.

Durch ihren persönlichen Einsatz auf dem Fundament des hospizlichen Ethos haben Leiterinnen des Pflegedienstes entscheidende Anstöße zu einer für Patienten und deren Angehörigen sehr guten Versorgung gegeben, die eine Symptomkontrolle ebenso einschließt wie eine Begleitung durch ehrenamtliche Hospizbegleitende.

Der Dritte Preis mit einer Dotierung von 1.500,00 € geht von daher an einen noch jungen Pflegedienst, der innerhalb kurzer Zeit seinen Weg gefunden hat, dem es durch das Engagement seiner beiden Gründerinnen gelungen ist, die wünschenswerte Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlicher Hospizarbeit und beruflicher Pflege zu vernetzen und sie als selbstverständlich zu erachten.

Er geht an den Pflegedienst KiWi in Rinteln, an die examinierten Krankenschwestern Frau Kietsch-Brill und Frau Wintjes.

 

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