Laudator: Dr. H.c. Rudolf Seiters,
Schirmherr der Hospiz Stiftung Niedersachsen
Der dritte Preis wird an einen Pflegedienst verliehen, der sich eher allein und ohne Projekt und Trägeranbindung auf den Weg gemacht hat.
Die beiden Gründerinnen eines privaten Pflegedienstes, haben über 20 Jahre auf einer Intensivstation gearbeitet, bevor sie sich vor 5 Jahren selbstständig machten. Intensiv unterstützt wurden sie dabei von der Vorsitzenden des örtlichen Hospizvereins und anderen Personen, die den beiden Gründerinnen viel Zuspruch zukommen ließen.
Von Anfang an stand fest, dass der Pflegedienst besonderen Wert auf die Versorgung schwer kranker Menschen legen würde – dies ist auch im Pflegeleitbild verankert. Die beiden Gründerinnen haben eine palliative care Weiterbildung absolviert. Da Zuhause zu sterben etwas völlig anderes ist als das Sterben auf einer Intensivstation, wurde bald klar, dass trotz sehr hohem eigenen Einsatz eine qualifizierte und umfassende palliative Versorgung nur mit Unterstützung von Außen zu leisten ist.
Und so gehört es zum Konzept des Pflegedienstes, dass alle – mittlerweile über 20 – Mitarbeitenden grundsätzlich bei jedem Palliativ - bzw. Finalpflegepatienten auf die Unterstützungsmöglichkeit durch den ambulanten Hospizdienst hinweisen und die dann zustande kommenden Begleitungen als große Entlastung erleben.
Bei hospizlichen Begleitungen findet jeweils ein engmaschiger und unkomplizierter Austausch zwischen Pflegedienst und Hospizverein statt.
Darüber hinaus sind die beiden Gründerinnen selbstverständlich Mitglied im Hospizverein, halten Vorträge und bieten Informationsabende an. Sie sind in die Vorbereitungskurse der Ehrenamtlichen mit eingebunden und arbeiten aktiv und engagiert an der Erstellung von Strukturen für eine gelingende Netzwerkarbeit in der Stadt, in der sie angesiedelt sind, und darüber hinaus mit.
Durch ihren persönlichen Einsatz auf dem Fundament des hospizlichen Ethos haben Leiterinnen des Pflegedienstes entscheidende Anstöße zu einer für Patienten und deren Angehörigen sehr guten Versorgung gegeben, die eine Symptomkontrolle ebenso einschließt wie eine Begleitung durch ehrenamtliche Hospizbegleitende.
Der Dritte Preis mit einer Dotierung von 1.500,00 € geht von daher an einen noch jungen Pflegedienst, der innerhalb kurzer Zeit seinen Weg gefunden hat, dem es durch das Engagement seiner beiden Gründerinnen gelungen ist, die wünschenswerte Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlicher Hospizarbeit und beruflicher Pflege zu vernetzen und sie als selbstverständlich zu erachten.
Er geht an den Pflegedienst KiWi in Rinteln, an die examinierten Krankenschwestern Frau Kietsch-Brill und Frau Wintjes.